Weihnachten ist vorbei, und damit auch die Zeit, in der viele ohne schlechtes Gewissen geschlemmt haben, ohne auch nur einen Gedanken an versteckte oder offensichtliche Kalorien zu verschwenden.
Jetzt im Januar begegnet einem des Öfteren der Satz: „Mensch, hast du schon von der neuen Brigitte-Diät gehört? Damit verliere ich sicher meine überflüssigen Weihnachtspfunde.“ Geht es nur mir so, oder geht einem dieses Geheule auf die Nerven? Man könnte meinen, dass es bei uns nur so von Diätwundern wimmelt. Der eine schwört auf die Hollywood-Stardiät und hat damit Erfolge zwischen 10-40 kg erzielt, der andere flötet einem ins Ohr, dass nur die Reisdiät das Ultimative wäre, und der Nächste fängt an, seine Kost zu trennen, was man in Fachkreisen auch Trennkost nennt. Solange es Erfolge bringt, wird alles in den höchsten Tönen gelobt: Da werden einem neue Konfektionsgrößen stolz präsentiert, da stolziert Frau bauchfrei durch die Gassen und vergessen sind die Momente, in denen sie ihren Po zu breit, die Beine zu fett und die Arme zu schwabbelig fand.
Innerlich stelle ich mich dann immer schon auf die Zeit nach dem Jojo-Effekt ein, denn eins ist bei neun von zehn Fällen sicher: Er wird kommen! Wenn man dann nachfragt, was aus der tollen Diät geworden ist, bekommt man nur einen bösen Blick mit dem Kommentar: „Ach, das war doch eh alles Blödsinn und überhaupt, Diäten sind ja eh ungesund!“ Ach ja stimmt, diese Erkenntnis kommt einem natürlich von jetzt auf gleich, und dass betreffende Personen sich dann plötzlich doch ganz wohl im eigenen Körper fühlen, da schein ich wohl zu unflexibel zu sein.
Was bringt es eigentlich jemandem, seine Umwelt jedes Jahr aufs Neue mit diversen Diätvorhaben zu quälen? Was hat es für einen Sinn, sich in Gruppen zusammenzusetzen um Ernährungspläne aufzustellen, die sich über längere Zeit sowieso nicht realisieren lassen? Es ist wahrscheinlich wie mit Menschen, die Gutes für andere tun wollen: Die, die es Ernst meinen, helfen oft stillschweigend, und die, die Aufmerksamkeit brauchen, kommen gleich mit einem ganzen Orchester oder einem Fernsehteam um die Ecke.
Wenn ihr Gutes für euch tun möchtet, dann tut es – doch um Gottes Willen macht es still und leise und für euch. Das eigene Wohlfühlen ist die beste Bestätigung bzw. der Applaus, den man von anderen doch nie bekommen könnte. Jedenfalls nicht in dieser Art und Weise.
Wobei ein ehrlich gemeintes Kompliment von dem Menschen, der einem viel bedeutet, sicher genauso viel Wert hat. Es soll noch Frauen geben, die sich darüber freuen können… Männer sicherlich auch.