Die Mär von den dicken Kindern

by Miriam on 3. März 2009

Wir hatten bereits darauf hingewiesen, dass die Daten über dicke Kinder eher dünn sind, auch wenn die Bundesregierung das anders sieht und die Medien voll darauf einsteigen. Jeder zweite soll zu dick sein, doch wenn man auf der Straße so guckt, dann sieht man nicht ganz so viele Dicke: Verstecken die Dicken sich alle zuhause, weil sie sich so schämen? Und weil sie sich zuhause natürlich nicht bewegen, darum werden sie auch noch dicker und belasten sie das Gesundheitssystem noch mehr mit all den bösen Nebenwirkungen wie Diabetes, Kreislauf- und Herzproblemen, ganz zu schweigen vom Mundgeruch. Aber der Fall ist ja klar, wir haben Abnehmshows im Fernsehen, haben selber Probleme mit ein paar Pfunden zuviel, und die Kosten für das Gesundheitssystem steigen ja auch, das muss ja wohl daran liegen, dass die Fettwelle aus Amerika zu uns rübergeschwappt ist.

Schön, dass manche Journalisten die gegenwärtige Hysterie hinterfragen und die Daten über die dicken Deutschen und insbesondere die dicken Kinder genauer untersuchen wollen. Nur, es gibt keine Daten. Ilse Aigner, Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, versucht, uns dumm zu halten: “Da gibt’s halt Untersuchungen”. Nur, welche? Vielen Dank an Report München für die ausgeglichene Reportage!

Aber, auch wenn es zynisch klingt: Die 30 Millionen, die die Regierung für ihren Kampf gegen die Dicken ausgibt, schaffen ja auch Arbeitsplätze, schließlich verdient die Pharmaindustrie sehr gut mit ihren Abnehmmittelchen.

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