Ist es ok, dick zu sein?

by Miriam on 16. März 2008

Kira Cochrane schreibt im Guardian über ihre Diät, fängt aber ganz anders an, als man es von einem Diät-Tagebuch erwarten würde. Übersetzt von der englischen Seite:

Ich habe gegessen, was ich als normal empfand, ohne darüber nachzudenken [...]. Und ich nahm zu und zu und zu.

Und wissen Sie was? Es hat mir nichts ausgemacht. Tatsächlich habe ich, nachdem ich aus dem Nebel entkam, der mich umgab, runter gesehen, meinen Bauch bemerkt, und mir gedacht, dass es irgendwie cool war, dick zu sein. Natürlich gab es Nachteile. Ich sah nicht mehr gut aus in Jeans. Meine Körbchengröße war größer als mein Kopf. Meine Strumpfhosen rieben aneinander, wenn ich ging, und es hörte sich wie eine grosse Grille an. Aber es gab auch Vorteile.

Der größte Vorteil von allen war, dass Dicksein bedeutete, dass ich aus dem depressiv machenden üblicherweise von Frauen gespielten Spiel, das Gewicht der anderen zu überwachen, herausgefallen war. [...] In dem Moment, als ich einer Freundin sagte, dass ich fett geworden sei, sagte sie lediglich, dass dafür meine Haut wirklich gut aussehe. In diesem Moment bemerkte ich, dass ich aus der Diätschleife herausgefallen war. Ich war durch die Antwort 5 Sekunden geschockt, bis ich bemerkte, was es bedeutete: Ich war frei. Ich fühlte mich befreit.

Dennoch will sie abnehmen, denn nun macht sie sich durch das weitere Essen Gedanken über die Breite von Flugzeugsitzen und ob sie an anderen Aktivitäten teilnehmen kann. Dazu will sie aber keine Rezepte veröffentlichen oder die Anzahl der verlorenen Kilos kund tun (sie wiegt sich nicht). Und wenn man ihr Foto sieht: So dick ist sie wirklich nicht.

Leider ist ihre Kolumne etwas schwierig auf der Seite des Guardian zu finden :-(

Verwandte Artikel

Leave a Comment