Kennt ihr das? Diese Gespräche, in denen einem von einem Vertreter des anderen Geschlechts erzählt wird, wie schön es ist, einen als Freund zu haben? Man könne ja so toll mit uns reden und überhaupt seien wir immer so ausgeglichen und von gemütlicher Natur… Abgerundet werden solche Aussagen dann oft mit einem Knuff in unsere weiche Taille, was uns nochmal zeigen soll, was für gute Freunde wir sind. Wenn man dann noch Gefühle für sein Gegenüber hat, sind das die Sätze, die unser Herz sicher zum Hüpfen bringen, allerdings nicht vor Freude.
Ich glaube, jede Frau, die auch schon zu Schulzeiten eher zur runden Fraktion gehörte, wird dieses Phänomen kennen.
Allerdings kann das noch dadurch getoppt werden, wenn dann im Anschluss von besagtem Vertreter des anderen Geschlechts nach der Telefonnummer der besten Freundin gefragt wird, die dieser so unglaublich süß findet… und ob man nicht vermitteln könnte.
Steht bei uns irgendwo „Vermittlungsstelle – hier werden sie geholfen”?
Ich glaube, auf diese Art und Weise hab ich schon so einige Leute zusammengebracht – es fehlte im Grunde nur noch die Wand wie bei Herzblatt und die Reise mit dem Hubschrauber, ich unten stehend um zu sehen, wie beide auf Wolke 7 schweben.
Gern erinnert man sich auch an den Sportunterricht zurück: meist als letzte gewählt – aber NATÜRLICH nicht, weil man uns nicht wollte. Das zeigte uns dann ja auch das begeisterte Gesicht aller, wenn ihnen klar wurde, dass sie das große Los gezogen hatten.
Ich denke, der Prozess, sich als Frau wahrzunehmen und diese Entwicklung auch zu spüren, dauert so oder so beim einen länger als beim anderen. Einige kommen leider nie zu diesem Punkt und fühlen sich ihr Leben lang fehl am Platz.
Bewusstes Umgehen mit dem eigenen Körper, Liebe zu sich selbst, Selbstbewusstsein, Zuneigung anderer genau wegen dieser Punkte… all das sind sicher Dinge, die wir uns nie antrainieren können. Zum Glück muss ich sagen!
So etwas muss aus dem Inneren kommen – nur dann ist es echt und auch in einer Partnerschaft umsetzbar.
Wenn man begehrt wird und dieses Begehren eben auch genießen kann, und nicht nur so tut, weil man meint, dem anderen etwas Gutes tun zu müssen, quasi das allabendliche Pflichtprogramm mit der Hoffnung, es möge doch schnell vorüber gehen.
Wenn man sich im eigenen Freundes- und Bekanntenkreis umhört, dann wird man besonders bei den Frauen diese Sätze hören: „Hauptsache er fasst mir nicht an den Bauch, den zieh ich ja eh immer ein…“ oder „meine Cellulite an den Oberschenkeln, die kann er doch nicht mögen…“
Wenn ich so etwas höre, dann frage ich mich schon des Öfteren, ob ich entweder eine falsche Wahrnehmung meines Körpers habe oder vielleicht sogar völlig falsch ticke.
Muss ich mich schlecht fühlen, weil ich mich wie ein kleines Kind auf solche Berührungen freue? Gerade an meinen sogenannten Problemzonen? Soll ich lieber so tun, als wären diese Berührungen zwar ganz o.k., weil es nicht sein darf, dass sie mich fast um den Verstand bringen?
Vielleicht sollte man aber auch lieber gar nicht denken und sich einfach nur darüber freuen, dass einem diese Fähigkeit geblieben ist, den Moment dieser zärtlichen Begegnungen und die Hingabe, die mit einem Blick belohnt wird, der keinerlei Worte mehr bedarf, zu genießen.
Das sind die Momente, in denen ich dann weiß, dass es immerhin einen Menschen gibt, dem es genauso geht wie mir, und der diese Momente mit mir erleben möchte… Momente des Glücks, Momente zum Träumen, Momente in denen wir uns verlieren, Momente in denen man sich fallen lässt, um hoffentlich auch wieder aufgefangen zu werden.