Schönheitsideale im Wandel?

by Miriam on 17. Januar 2008

Im Mittelalter waren die üppigen Formen noch dominierend, erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts änderte sich dies. Der Krieg ändert alles, und während in Deutschland in den 50er Jahren die Fresswelle den Kontrapunkt zu dem vorherigen Verzicht bildete, war dann auch das Schönheitsbild im Rest der Welt nicht von Haut und Knochen bestimmt. Marilyn Monroe war das Sex-Symbol der 50er Jahre, und bei einer Kleidergröße 42 war auch ein kleines Bäuchlein nicht zu verdecken:

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Danach kam Twiggy, das spindeldürre Model, das mit ihren kurzen Haaren gleichzeitig den Anfang der Selbststimmung der Frauen symbolisieren sollte. In den 70er und 80er Jahren begann die Entwicklung zurück zu einem etwas weiblicheren Stil, der aber auch ins Androgyne abdriftete: durchtrainierte Frauen mit breiten Schultern wie Grace Jones bestimmten das Bild.

In den 90er Jahren konnte die kurvige Anna Nicole Smith auf H&M-Plakaten für ein Verkehrschaos sorgen, und auch damals beschwor die Presse, dass mollige Models wieder im Kommen seien, einhergehend mit einer Änderung des Schönheitsbildes.

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Und auch heute wird wieder ein Wandel des Schönheitsideals proklamiert, wenn neue runde Protagonisten die Bühne stürmen. Über Miss Platnum hatte ich bereits geschrieben, und auf 20 Minuten wird sie zusammen mit Beth Ditto als die Vorfront der Offensive gegen den Diätenwahn gefeiert. Die Sängerin von The Gossip hat kein Problem damit, sich trotz ihrer üppigen Formen in engen Kleidern zu präsentieren oder gleich auf der Bühne zu strippen. Und kann es ein Zufall sein, dass sie mit “Big Girls”-Sänger Mika zusammen gesungen hat?

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Was hat sich geändert? Zum einen ist die Notwendigkeit da, Models mit Kurven auf den Laufsteg zu schicken, denn die runder gewordene Kundschaft kann der Modeindustrie nicht mehr glauben, dass die von magersüchtigen Models getragene Kleidung auch einem wohlgenährten Körper passt. So ist es interessant, dass das Schönheitsideal sich entgegen der Gewichtsentwicklung entwickelt. Das schlanke Ideal der Neuzeit geht mit den zunehmenden Pfunden der Gesellschaft einher.

Unterschieden werden muss hier jedoch zwischen dem krankhaften Übergewicht, das hier auf keinen Fall verherrlicht werden soll, und den weiblichen Formen, die normal sind, aber in dem gegenwärtigen Schönheitsideal keinen Platz haben (und auch nicht in der Kleidung, die für dieses Schönheitsideal angeboten wird). Diese weiblichen Formen sind normal, und wenn es mehr Models gibt, die diese repräsentieren, desto weniger werden Mädchen in eine Richtung geschickt, die sie mit dem Finger im Mund aufs Klo führt.

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