Shoppen – Der (Alb-)Traum einer jeden Frau

by Miriam on 19. Januar 2009

Es kommt unweigerlich der Tag, an dem eine Frau zum Shoppen geht.

O.K., so etwas passiert eher selten, aber es kommt eben vor. Ich muss mich da wohl zu den untypischen Frauen zählen. Einkaufen, vor allem wenn es um Klamotten geht, ist für mich eher eine Bestrafung.

Man läuft, meist mit einer guten Freundin, von einem Laden zum anderen, stapelt sich haufenweise

Kleidungsstücke über den linken Arm, stellt sich dann an der Garderobe in die lange Warteschlange und denkt sich, dass man was luftigeres hätte anziehen sollen, da man die Raumtemperatur im Laden mit der einer finnischen Sauna vergleichen könnte.

Spätestens dort würde ich mir wünschen, man hätte das Beamen schon erfunden…

Wenn man dann in der Garderobe angekommen ist und die gefühlten 45 Bügel auf den einzigen Haken gehängt hat, geht der Spaß erst richtig los: Das erste Kleidungsstück passt nicht, beim zweiten steht eine falsche Größe auf dem Bügel, beim dritten würde ich noch zehnmal reinpassen, was ja eh Seltenheitswert hat, und der Rest hat eine falsche Größe oder sieht an mir einfach aus wie Fasching für Arme.

Oft kommt dann im unpassendsten Moment eine schlanke, aufgedonnerte Verkäuferin vorbei, die so selbstverliebt ist, dass sie sich am liebsten selbst heiraten möchte. Während man sich draußen vor dem Spiegel betrachtet, da man sich in der Umkleide nur im Rückwärtsgang bewegen kann, sagt sie mit einem dümmlichen Grinsen, dass es das Oberteil leider nicht noch drei Nummern größer gibt.

Witzig… fast hätte man auch gelacht… aber nein, Gewalt ist keine Lösung.

Die Auswahl an Geschäften ist ja sowieso schon sehr gering, und man muss ja fast immer auf Kataloge ausweichen. Nach so einem Kommentar weiß ich dann auch warum!

Wenn man sich dann vorstellt, diese Prozedur in noch 20 weiteren Läden über sich ergehen lassen zu müssen, treibt es einem schon automatisch den Angstschweiß auf die Stirn.

Habe ich schon erwähnt, dass sich meine Freundin inzwischen köstlich amüsiert? O.K., sie hat Kleidergröße 36, da ist die Auswahl ein klitzekleines bisschen größer.

Ihr Problem besteht mehr darin, zu schauen, was sich finanziell machen lässt oder ob es nicht reicht, dieses Oberteil in ähnlicher Ausführung sowieso schon fünfmal im Schrank zu haben. Ihr Sorgen möchte ich haben!

Wenn wir dann im letzten Laden angekommen sind und ihr dann einfällt, dass wir doch unbedingt noch einmal in den ersten Laden müssen, weil sie sich nun doch für das eine, supertolle Oberteil entschieden hat, spätestens da würde ich mir manchmal wünschen, ein Mann zu sein, der dann sagen könnte: „Schatz, ich verschwinde mal eben zum Media Markt, hier hast du die Kreditkarte… und keine Sorge, sie ist auf 5000 Euro begrenzt.”

O.K., träumen muss ja noch erlaubt sein…

Wenn wir dann nach 8-9 Stunden in einem Kaffee sitzen, ich mir meine schmerzenden Waden reibe, sie mir stolz noch mal alle Einkäufe präsentiert und ich mit einem Paar neuer Socken im 3er-Pack auftrumpfen kann, dann schwöre ich jedes Mal aufs Neue: Nie wieder shoppen!!!

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