Übergewicht und die Klassenfrage

by Miriam on 12. Juli 2008

Endlich einmal räumt jetzt ein seriöses Magazin wie das der Süddeutschen in ihrem Artikel „Schwer in Ordnung“ ein, dass der Schlankheitswahn eher schädlich als gesund ist. Dabei wird nicht nur mit dem Feinschmeckergehabe der äußerlich gesund aussehenden Schlanken abgerechnet, sondern nachgewiesen, dass leichtes Übergewicht sogar das Leben verlängert.

Die Medizin weiß längst, dass schlank nicht automatisch gesund ist. Nur erhebliches Übergewicht führt zu gesundheitlichen Schäden, da es oft mit einer Überernährung an Fetten und Zucker und mit zu wenig Bewegung verbunden ist. Sportliche Vollschlanke hingegen scheinen medizinisch betrachtet das Ideal zu sein.

Gesellschaftlich aber passt dies nicht in das Bild der dicken Dummen, die sich mangels Bildung falsch ernähren. Wie schief dieses Bild gemalt wird, zeigt zum Beispiel das MoehBlog. Dieses Bild wird von den sich selbst als gebildet bezeichneten Bevölkerungsgruppen sorgsam gepflegt, die ihr pseudo-sportliches Aussehen und ihr Gewicht zur Abgrenzung von der Masse ganz bewusst einsetzen:

Um die Frage, ob die Deutschen durch schlechte Ernährung unnötig ihr Leben verkürzen, geht es längst nicht mehr. Dominant sind die moralisierenden Appelle.

Das in jeder Hinsicht maßlose Prekariat soll in die Schranken gewiesen werden. Den Dicken und Armen soll nicht nur das Ekel-TV abgewöhnt, sondern auch endlich Benimm- und Esskultur beigebracht werden.

Ein Pfund zu viel ist gleich fett. Der körperliche Gesamtzustand wird überhaupt nicht berücksichtigt. Dabei ist ein trainierter Dicker in den meisten Fällen ebenso gesund, wenn nicht gesünder als ein dünner Sportmuffel.

Viel entscheidender als das absolute Gewicht ist der körperliche Allgemeinzustand, der Anteil des Fettgewebes und das, was wir essen. Die Qualität der Nahrungsmittel spielt eine größere Rolle als die Kalorienzahl. Ein Schlanker, der sich nur von Pommes und Currywurst ernährt, führt seinem Körper weniger Nährstoffe, Vitamine und Mineralien zu als ein Dicker, der mediterrane Kost liebt, aber ab und zu mal über die Stränge schlägt.

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Übergewicht als Geldanlage | Mode für Mollige - Blog für Übergrößen
15. Juli 2008 um 09:44

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MoehBlog 14. Juli 2008 um 22:19

Wenn ich schon erwähnt werde, so möchte ich hier darauf hinweisen, das ich die in meinem Artikel erwähnte Studie kritisch betrachtet habe. Da nicht jeder den Link anklickt, wollte ich es hier zur Sicherheit sagen.

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