Zu dick für den Job

by Miriam on 10. Juni 2009

Die Suche nach einem Job ist an sich schon eine Sache, die nicht gerade zu den Top 3 der Dinge gehört, die Spaß machen, noch weniger, wenn man zwar Qualifikationen vorzuweisen hat, dann aber aufgrund seiner Leibesfülle womöglich direkt beim Durchschauen der Mappen auf den Stapel „zwar geeignet aber unmögliches und unzumutbares Erscheinungsbild“ aussortiert wird. Wenn man Glück hat, fällt man vielleicht sogar unter die Auserwählten, wird aber beim Gespräch dann kritisch und eingehend begutachtet und der Personalchef ärgert sich, dass er seine Sekretärin mit der Durchsicht beauftragt hat. Ausnahmen bestätigen sicherlich die Regel, aber im Großen und Ganzen spielt es sich einfach so ab.

Offensives Nachfragen bringt einen in einer solchen Situation meist auch nicht weiter. Wer würde schon zugeben, dass er seiner persönlichen Vorliebe von Ästhetik in einem solchen Moment mehr Aufmerksamkeit schenkt, als sich an Zahlen, Fakten und zwischenmenschliche Dinge zu halten.

Ich suche ja nicht den Mann fürs Leben, sondern eigentlich nur eine Arbeitsstelle, um meine laufenden Kosten zu decken und mir gelegentlich auch einmal das ein oder andere zu gönnen.

So ähnlich erging es wohl einer 51 Jahre alten Krankenschwester aus Großbritannien, die eine feste Stelle in einem neuseeländischen Altenheim angeboten bekam. Leider lehnte die neuseeländische Einwanderungsbehörde ihre Einreise mit der Begründung ab, die Dame habe einen BMI von rund 55,2 und würde somit an einer krankhaften Fettsucht leiden. Man befürchtete in den nächsten Jahren mögliche medizinische Untersuchungen in Höhe von ca. 25.000 Euro, für die dann der Steuerzahler aufkommen müsste.

Wenn man bedenkt, dass rund ein Drittel aller Neuseeländer übergewichtig sind und ein Viertel sogar fettleibig, fragt man sich schon, was dieses ganze Theater soll.

Vor Krankheiten und Unfällen ist nicht einmal der gesündeste und sportlichste Mensch geschützt, es kann jeden treffen, auch wenn man dies natürlich niemanden wünscht. Raucher, Extremsportler und Menschen, die viel Alkohol trinken, stehen auf der Risikoliste ebenfalls ganz weit oben.
Von daher wäre es schön, wenn manche Menschen sich endlich wieder mit den wichtigen Dingen des Lebens beschäftigen würden, anstatt anderen Leuten das Leben schwer zu machen oder ihnen ständig Steine in den Weg zu legen

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